Medienkonzept

1. Vorbemerkungen

Die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen und Kindern hat sich – gerade was die Medienlandschaft, in der Kinder aufwachsen, betrifft – in den letzten Jahrzehnten gravierend geändert. Der Umgang mit dem Computer wird immer mehr zur Voraussetzung von gesellschaftlicher Teilhabe. Der Computer mit Zugang zum Internet kann aber immer nur ein Medium der Wissensvermittlung unter vielen sein. Dennoch müssen Kinder in die Lage versetzt werden, die digitale Informationsflut zu steuern und zu selektieren, denn die Industriegesellschaft hat sich zur Informationsgesellschaft gewandelt, in der der schnelle und umfassende Zugriff auf Informationen eine gewichtige Rolle spielt. Menschen in der Informationsgesellschaft müssen:

 

- Informationen strukturieren können

- Suchstrategien beherrschen

- Informationen verfügbar machen können

- mit den verfügbaren Werkzeugen umgehen können

- die verbindlichen Regeln der Kommunikation beherrschen

 

Der Einsatz von Neuen Medien (speziell dem Internet) kann in der Grundschule dazu beitragen, die Medienkompetenz der Kinder zu erweitern, indem sie lernen, sich Informationen selbstständig und selbstverantwortlich anzueignen und zu verarbeiten. Dabei soll der Computer aber keine Vorrangstellung gegenüber anderen, alt bekannten Medien (z.B. Schulbuch, Nachschlagewerk, Lexikon, Karte, Info-Broschüre) einnehmen, sondern soll von den Kindern als ein Medium unter vielen genutzt werden.

 

Darüber hinaus kann der Computer mittels verschiedener Lernprogramme zu Übungszwecken und zur Differenzierung im sprachlichen und mathematischen Bereich eingesetzt werden. Im Förderunterricht/Offenen Anfang, Freiarbeitsphasen, Lernen an Stationen, Werkstattunterricht, Wochenplan haben die Kinder die Möglichkeit, diverse Lernprogramme als ein  Arbeitsangebot unter anderen zu wählen.

 

Es gilt folglich, Voraussetzungen für das neue Lehren und Lernen in der Grundschule zu schaffen:

- der einzelne Computerarbeitsplatz im Klassenraum

- die Auswahl und Anschaffung kind- und altersgerechter Software

- die Begegnung mit dem Internet

- die Fortbildung von Lehrpersonal in Computertechnik und Informatik

- die Wartung der Hard- und Software

 

Für die GGS Marktschule ergeben sich somit im Sinne der Vermittlung basaler Elemente einer Informations- und Kommunikationstechnischen Grundbildung (IKG) zwei verschiedene Zielperspektiven:

 

  1. Die Schüler lernen den Computer zu bedienen und mit verschiedenen Programmen (z.B. einer Textverarbeitung) umzugehen.
  2. Die Schüler lernen den Computer als Medium zu nutzen

àzur Informationsbeschaffung aus dem Internet

àzum Üben von Unterrichtsinhalten mit Hilfe ausgewählter Lernsoftware zu den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Sachunterricht

2. Medienkompetenz

Wesentliches Ziel unserer schulischen Medienarbeit soll der Aufbau von Medienkompetenz sein.

 

Medienkompetenz

als Befähigung zum Umgang mit Medien,

als Befähigung zum Nutzen und Gestalten der Medien,

als Urteilsfähigkeit  gegenüber den Botschaften der Medien.

                                                              (vgl. Bildungskommission 1995, S. 137)

 

Der Begriff Medienkompetenz umfasst dabei folgende Bereiche:

 

Medienkritik: effektive Auswahl von Medien, Beurteilung der Informationsqualität

Medienkunde: Medien bedienen können, theoretisches Wissen

Mediengestaltung: Kreativität und Gestaltungskompetenz entwickeln.

 

So soll entsprechend im Unterrichtsgeschehen der GGS Marksschule auch nicht allein der Aspekt der technischen Kompetenzen (vgl. Medienkunde) im Fokus der Vermittlung von Medienkompetenz stehen, sondern ebenfalls der kritische Umgang mit Medien (vgl. Medienkritik) sowie die kreative Handhabung der Medien (vgl. Mediengestaltung) vermittelt werden.

Das Internet beispielshalber birgt sicherlich viele Möglichkeiten im Rahmen der Recherche von Inhalten, so etwa im Rahmen von Projektarbeiten, (vgl. Mediengestaltung), allerdings auch Gefahren, speziell für Kinder. Den dargebotenen Inhalten eine kritische Distanz gegenüber einzunehmen muss angebahnt werden. Durch den Vergleich und die Analyse von Texten sollen auf einer ersten Stufe verschiedene Darstellungsformen und Gestaltungsabsichten erkannt, unterschieden und bewertet (vgl. Medienkritik) werden. Auch die Gefahr des Bewegungsmangels durch inflationäre Nutzung des Mediums Computer sollte in Gemeinschaft mit den Eltern thematisiert und damit den Schülern bewusst gemacht werden. Durch die Implementierung von regelmäßigen Bewegungsphasen im Unterricht soll dieser Gefahr zumindest in der Schule begegnet und die Kinder sollen für die Problematik sensibilisiert werden (vgl. Medienkritik).

 

3. Materielle Ausstattung/Bestandsaufnahme

Jede Klasse verfügt über mindestens drei Computer, die ans Internet angeschlossen sind und für die Kinder zur Verfügung stehen. Durch Spenden konnte die Anzahl der pro Klasse zur Verfügung stehenden Rechner erhöht werden. Darüber hinaus verfügt jede Klasse über einen separaten PC, welcher ausschließlich von Lehrpersonal genutzt wird. In Kooperation mit dem Förderverein und in Eigeninitiative der KollegInnen wurden im letzten Jahr für jeden Klassenraum ein Drucker und ein Flachbettscanner angeschafft.

 

a) Arbeitsmaterial für Lehrer/innen

Mittels des Lehrer-PCs steht jedem Lehrer der Zugang zu verschiedenen Lehrplattformen im Internet (z.B. www.zaubereinmaleins.de) sowie Text- und Bildverarbeitungsprogrammen zur Verfügung, welche zur Unterrichtsvorbereitung benutzt werden können.

b) Arbeitsmaterial für Schüler/innen

Die Schule verfügt über Schullizenzen für folgende Übungs- und

Lernprogramme, die für alle Kinder in allen Klassen zur Verfügung stehen:

- Lernwerkstatt

- Antolin

- Mathepirat

- Schreiblabor

Als Textverarbeitungsprogramm steht den Schüler/Innen ‚word pad’ und ‚open word’ zur Verfügung. Desweiteren befindet sich auf jedem PC eine Sammlung der Programme ‚open draw’, ‚open excell’ und ‚power point’. Darüber hinaus wird dieses Angebot an Lernprogrammen jahrgangsgebunden und klassenspezifisch durch verschiedene Übungssoftware ergänzt.

Zentralen Charakter nimmt im Bereich der Lernsoftware die Nutzung der ‚Lernwerkstatt 8’ ein. Das Programm zeichnet sich durch eine einfache Bedienung, seine Eignung für alle Jahrgangsstufen (1.-4. Jahrgangsstufe, Fächer Deutsch und Mathematik, Textverarbeitungprogramm) sowie das Angebot von Programmen zur Logischen Schulung aus.

c) Wartung

Neben Aufgaben mit pädagogischem Schwerpunkt werden vor allem die technischen Anforderungen sowie der zeitliche Betreuungsaufwand an die materielle Ausstattung der GGS Marktschule mit einer erweiterten Medienausstattung erheblich steigen.

Hier gilt es, in Abstimmung mit dem Schulträger unter Berücksichtigung der kommunalen Haushaltslage vor Ort Lösungen zu finden.

Netztechniker müssen zudem schnell abrufbar sein; eine telefonische Hotline reicht nicht aus.

 

4. Lernen und Üben am Computer

Der Computer begünstigt in vielerlei Hinsicht ein differenziertes und individualisiertes sowie gleichsam an den Lehrplänen orientiertes Lernen und Üben.

 

a) Lernen

In den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht steht der Computer nicht zuletzt als Schreibwerkzeug zur Verfügung. Gedichte, Geschichten, Sachaufgaben, Sachtexte können mithilfe der Textverarbeitungsprogramme der Lernwerkstatt oder ‚open word’ sowie ‚word pad’ verschriftet werden. Sowohl im Rahmen von Freiarbeit, Stationenlernen, Wochenplanarbeit, Gruppenarbeiten, aber auch im Förderunterricht wird der Computer als Schreibwerkzeug als Lerninstrument genutzt.

Als Informations-/ und Wissensvermittler wird der Computer bei der themen- und projektspezifischen Einholung von Informationen schwerpunktmäßig im Fach Sachunterricht eingesetzt.

Zur Gestaltung von Plakaten, Einladungen, Flyern oder Präsentationen können Text- und Bildverarbeitungsprogramme als Mal- und Gestaltungswerkzeug zusätzlich zu den genannten Fächern in den Fachbereichen Kunst und Religion genutzt werden.

 

b) Üben

Im Rahmen von Freiarbeit, Stationenlernen, Wochenplanarbeit, Gruppenarbeiten, aber auch im Förderunterricht wird beispielshalber die Lernsoftware ‚Lernwerkstatt’ unter anderem zum Rechtschreib- und Grammatiktraining und Blitzlesen im Fach Deutsch sowie zur Automatisierung von Aufgaben der Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division und zum Umgang mit und zur Umwandlung von Größen im Fach Mathematik genutzt.

So können sowohl eigenaktiv oder durch gezielte Instruktion individuell Räume zum Üben erarbeiteter Lerninhalte als sinnvolle Bereicherung des Übungsrepertoires von Schüler/Innen mittels des Computers als Trainers genutzt werden.

 

5. Grundkompetenzen der Schüler/innen

An der GGS Marktschule hat sich das Kollegium in mehreren Fachkonferenzen über einen einheitlichen, verbindlichen Standard verständigt, welcher die elementaren Basiskompetenzen im Umgang mit dem Computer formuliert, mit welchen die Schüler/Innen die Jahrgangsstufen 2 respektive 4 verlassen sollten.

 

Für die Klassen 1 und 2:

- Betriebssystem hochfahren und beenden

- Umgang mit Maus und Tastatur

- mit der Tastatur Buchstaben und kleine Texte mit Hilfe der Programme ‚word  

  pad’,  ‚open word’ oder der Lernwerkstatt am PC schreiben und ausdrucken

- Basale Fachbegriffe kennenlernen, z.B. Datei, Programm, Laufwerk etc.

- den Computer als Informationsmedium kennenlernen

- erster Kontakt mit dem Internet durch die Übungsprogramme „Antolin“

  und „Mathepirat“

- Lernsoftware „Lernwerkstatt“  oder „Schreiblabor“ kennenlernen und

  benutzen

 

Für die Klassen 3 und 4:

- Umgang mit ‚word’ erweitern: markieren, kopieren, einfügen, Schriftgröße  

   verändern

- Texte abspeichern, Ordner anlegen und wiederfinden

- Nutzung der Lernsoftware „Lernwerkstatt“  oder „Schreiblabor“

- ein Malprogramm kennenlernen

- Teile des Computers benennen und aufzeigen können

- eine E-mail in der Lernwerkstatt oder „Antolin“ erstellen und versenden

- erste Schritte zur Internetrecherche mit Kindersuchmaschinen durchführen

- Kinderseiten im Internet kennenlernen, z.B. www.geolino.de, www.blinde-kuh.de,

  www.die-maus.de

- Anbahnung eines kritischen Umgangs mit Medieninhalten des Internets

 

6. Darstellung im Internet

 

Unsere Schule ist seit 2005 mit einer eigenständigen Präsenz im Internet vertreten. Unter http://marktschule.bonn.de finden Eltern und Interessierte ein kurzes Schulporträt mit Informationen zum Förderverein und der OGS, Informationen über aktuelle Vorgänge an der Schule, Konzepte der Schulgestaltung und Informationsmaterial für Eltern von Schulneulingen. Eine aktuelle Terminliste informiert über die wichtigsten Termine aller Klasse für ein Halbjahr.

 

7. Ausblick

Aus den Unterrichtsevaluationen der Lehrerkonferenz insbesondere für das Fach Sachunterricht ließ sich in den letzten Jahren als „Baustelle“ in der Medienausstattung der Marktschule Bonn das Fehlen einer portablen Beamer-Notebook-Kombination ableiten. Seit zwei Jahren befindet sich eine solche Kombination zwar im Besitz der Marktschule, hat sich allerdings als sehr störungsanfällig herausgestellt. Für den Einsatz in frontalen Instruktionsphasen oder in Präsentationsphasen wird kollegiumsintern aktuell als Alternative zur Beamer-Notebook-Kombination der mögliche Einsatz eines digitalen Whiteboards diskutiert.